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Dünne Datenlage zur Genitalverstümmelung in Deutschland

medstra-News 71/2026 vom 29.9.2026

Die Bundesregierung räumt in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken ein, dass die Datenlage zur Genitalverstümmelung in Deutschland unklar sei.

Den bisherigen Schätzungen liegt demnach die Überlegung zugrunde, dass Mädchen der ersten Migrationsgeneration, die jünger sind als das im jeweiligen Land übliche Alter für eine Genitalverstümmlung und die bis zu 18-jährigen Mädchen der zweiten Generation nicht von einer Genitalverstümmelung betroffen, jedoch gefährdet seien. Allerdings seien die Daten der Ausländerstatistik für eine Hochrechnung zu ungenau, da eingebürgerte oder ohne registrierten Aufenhaltsstatus in Deutschland lebende Frauen und Mädchen nicht erfasst würden und zudem nicht zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen der Herkunftsländer unterschieden werde.

Um das Dunkelfeld näher zu erhellen, stehe die Regierung im Austausch mit NGOs und vergleiche deren Berechnungsergebnisse sowie -methoden. Aktuell beteilige sich zudem das Bundesfamilienministerium an einem Konsultationsprozess des European Institute for Gender Equality.


Verlag C.F. Müller

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