medstra-News 77/2025 vom 12.8.2025
Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) mit Sitz in Hannover erlitt im Jahr 2024 durch Abrechnungsbetrug einen Schaden in Höhe von 5,4 Millionen Euro. Hierbei handelt es sich um den bislang höchsten registrierten Schaden der Krankenkasse. Den überwiegenden Anteil verursachten ambulante Pflegedienste, die mit verschiedenen Betrugsmaschen mehr als 4,1 Millionen Euro erlangten.
Auch bei Arzneimitteln, in Sanitäts- und Krankenhäusern sowie in der Physiotherapie kam es zu Betrugsmaschen. Die Abrechnung nicht erbrachter Leistungen, der Einsatz von unqualifiziertem Personal oder fehlende Zulassungen waren die häufigsten Verdachtsfälle. Ebenfalls nannte die Krankenkasse erschlichene Krankengeldzahlungen oder den Missbrauch von Gesundheitskarten. „Diese illegal erschlichenen Gelder fehlen in der medizinischen und pflegerischen Versorgung der Versicherten und können sich daneben auch auf die Höhe der Kassenbeiträge auswirken", teilte der KKH-Chefermittler Emil Penkov mit.
Nach eigenen Angaben setzt die KKH auf gezieltere Ermittlungen. Penkov fordert den Einsatz von KI und weitere spezialisierte Ermittlungsstellen, damit Betrug effektiver aufgedeckt werden kann. Die Krankenkasse habe sich mehr als eine halbe Million Euro zurückgeholt. Mit 1,6 Millionen Versicherten zählt die Krankenkasse zu den größten gesetzlichen Krankenkassen bundesweit.