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Ergebnisse des Drug-Checking in Berlin: Warnungen bei knapp der Hälfte der Proben

medstra-News 79/2025 vom 12.8.2025

Das Berliner Drug-Checking-Projekt hat in den ersten zwei Jahren seines Bestehens 3.596 Drogenproben getestet. Bei 1.736 der Proben wurden Warnungen wegen zu hoher Dosierung, falscher Deklarierung oder Verunreinigungen ausgesprochen.

Seit Juli 2023 können Berliner im Rahmen des Drug-Checking Drogen abgeben und kostenlos, anonym und legal testen lassen. Die Ergebnisse können sie etwa nach drei Tagen abrufen. Das Projekt veröffentlicht zudem Warnungen auf seiner Internetseite, wenn getestete Proben für gefährlich befunden werden.

Der Landtagsabgeordnete Vasili Franco, Sprecher der Grünen-Fraktion für Drogenpolitik, hatte eine Anfrage bei der Senatsverwaltung für Wissenschaft und Gesundheit gestellt, die in ihrer Antwort nun die Ergebnisse der ersten zwei Jahre (Juli 2023 bis Juni 2025) offenlegte.

Getestet wurden vor allem Stimulantien wie MDMA/Ecstasy, Amphetamine und Kokain, aber auch andere synthetische Drogen. Cannabisprodukte werden nicht untersucht. Laut den Teststellenbetreibern kommen die Nutzer hauptsächlich aus der Partyszene und hatten zu 82 % vorher keinen Kontakt zur Suchthilfe. Dies entspricht laut Franco dem Ziel des Drug-Checking-Projekts, neue Gruppen zu erreichen und den Gesundheitsschutz von Konsumenten zu gewährleisten. Der hohe Zulauf führte aber auch zu einer Überlastung der Teststellen; pro Monat mussten zuletzt etwa 50 Anfragende abgewiesen werden. Franco forderte deshalb, mehr Geld für das Projekt bereitzustellen, um angesichts der Preissteigerungen eine Fortsetzung und Ausweitung zu ermöglichen.


Verlag C.F. Müller

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