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Durchsuchungen und Festnahmen in Bayern wegen Verdachts auf unerlaubten Handel mit COVID-19-Medikament Paxlovid

medstra-News 80/2025 vom 12.8.2025

Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) hat am 17.7.2025 gemeinsam mit der Kriminalpolizei 16 Objekte in München, Regensburg und Bamberg durchsucht und Haftbefehle gegen einen Apotheker und einen Mitarbeiter vollzogen. Die Ermittlungen richten sich gegen Apotheker, Mitarbeiter von Apotheken und Zwischenhändler, die illegal mit dem antiviralen Medikament Paxlovid gehandelt haben sollen. Ihnen wird Untreue, vorsätzlicher unerlaubter Großhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und das Betreiben eines Großhandels mit Arzneimitteln ohne die erforderliche Erlaubnis vorgeworfen. Dies teilte die ZKG in einer Pressemitteilung mit.

Die Bundesregierung hatte das Medikament zur Behandlung von COVID-19-Infektionen zentral beschafft. Apotheken sollten es Patienten mit ärztlicher Verordnung kostenlos zur Verfügung stellen. Es unterlag nicht der Abrechnung mit den Krankenkassen, sondern Großhandel und Apotheken sollten Aufwandsentschädigungen aus Bundesmitteln erhalten. Export und Handeltreiben mit dem Medikament sind gesetzlich verboten. In China gab es ab Ende 2022 wegen hoher Nachfrage einen blühenden Schwarzmarkt, sodass auch in Deutschland nach Bezugsmöglichkeiten gesucht wurde, so die ZKG.

Die Beschuldigten in den bayerischen Ermittlungsverfahren sollen im Jahr 2023 bei mehreren Gelegenheiten insgesamt knapp 10.000 Packungen Paxlovid „außerhalb des vorgegebenen Verteilungsmechanismus“ an Zwischenhändler auf dem Schwarzmarkt veräußert haben. Dadurch soll ein Schaden von rund 2,6 Millionen Euro entstanden sein.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte bei einer Prüfung Auffälligkeiten bemerkt und teilte dem ZKG daher den Verdacht mit. Nach den Durchsuchungen und Festnahmen werden nun sichergestellte Datenträger ausgewertet. Die Beschuldigten gelten bis zum Abschluss des Verfahrens als unschuldig.


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