medstra-News 84/2025 vom 20.8.2025
Neue Ergebnisse der vom Bundesgesundheitsministerium geförderte Elsa-Studie zur Versorgungslage bei Schwangerschaftsabbrüchen zeigen auf, dass sich 83,5 Prozent der betroffenen befragten Frauen stigmatisiert fühlen. Neben den gesellschaftlichen Vorurteilen, welchen sich die betroffenen Frauen ausgesetzt fühlen, seien die Möglichkeiten der Umsetzung eines Schwangerschaftsabbruchs innerhalb Deutschlands teilweise problematisch. So sei die medizinische Versorgung im Süden Deutschlands lückenhafter und dadurch schwieriger als im Norden oder Osten, teilte das Forschungsteam mit. Eine weitere Hürde stelle die Kostenübernahme dar, was die Suche nach einem Angebot zusätzlich erschwere. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten lediglich in Ausnahmefällen, beispielsweise bei medizinischer Indikation, einer Vergewaltigung oder bei geringem Einkommen der Frau. Frauen, die die Kosten für den Eingriff selbst aufbringen mussten, berichteten von variierenden Ausgaben, von 200 Euro bis 600 Euro. Die finanzielle Belastung stelle immer noch ein erhebliches Hindernis dar, insbesondere für Frauen, die längere Wege zu den Einrichtungen in Kauf nehmen müssten.
Um Stigmatisierung entgegenzuwirken, die zu einer psychischen Belastung der Frauen führe, wie die Befragungen der betroffenen Frauen zeigten, bedürfe es einer „Liberalisierung und Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs“, so die Studienautoren. Sie sehen in der aktuellen Gesetzeslage eine zentrale Ursache für eine Stigmatisierung der Betroffenen.