Logo Otto Schmidt
Hessen erwägt flächendeckende Einführung des Modellprojekts Leichenschau

medstra-News 68/2020

Das Frankfurter Modellprojekt zur Leichenschau könnte nach Aussage von Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) bald flächendeckend im Bundesland eingeführt werden. Seit Anfang 2018 wurde in Frankfurt in fester Dienst eingerichtet, der Leichenschauen auch außerhalb des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes durchführt. Auf Anfrage der AfD schrieb der Innenminister, dass das Modellprojekt „uneingeschränkt positiv“ bewertet werden würde. Dies ginge auf eine Auswertung der Goethe-Universität Frankfurt zurück, die Daten aus den Jahren 2018 und 2019 ausgewertet hätten. Danach zeige sich eine „nachgewiesene Qualitätssteigerung der Leichenschauen bei Todesfällen, die Gegenstand polizeilicher Befassung waren“. So werde deutlich häufiger eine nicht natürliche Todesart festgestellt, wenn spezialisierte Rechtsmediziner die Leichenschau durchführten, so Beuth. Zudem würden dann auch mehr gerichtliche Obduktionen angeordnet werden.

Zu den ansonsten häufig fehlerhaften Leichenschauen siehe auch die medstra-News zu einer Studie des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Rostock.


Verlag C.F. Müller

zurück zur vorherigen Seite