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Arzt entwendet Impfstoff für seine schwerkranke Ehefrau

medstra-News 15/2021

Ein im Hamburger Impfzentrum tätiger 69-jähriger Arzt hat Mitte Januar während seiner Arbeitszeit eine Corona-Impfdosis entwendet, um damit seine schwerkranke Frau vor einer Covid-19 Erkrankung zu immunisieren. Dabei nahm er eine mit dem Impfstoff bereits aufgezogene Spritze in den Eingangsbereich des Zentrums und verabreichte diese seiner dort wartenden Frau. Trotz ihrer Vorerkrankung hätte die Frau zu diesem Zeitpunkt noch keinen Anspruch auf eine Impfung gehabt. Nach der sofortigen Entdeckung der Tat des Arztes wurden, neben seiner Entlassung am Folgetag, strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn eingeleitet.

Seine Frau hingegen wird auch eine zweite Impfdosis erhalten, sagte Sprecher der Gesundheitsbehörde Martin Helfrich. Ein nicht abschließender Impfschutz einer nur einmalig geimpften Person steigere das Risiko einer Virusmutation, diesem soll mit der zweiten Impfung zuvorgekommen werden. Weiter betonte Helfrich, dass der Sachverhalt lediglich ein Ausnahmefall sei. Aufgrund umfangreicher Sicherheitsvorkehrungen sei es kaum möglich, in dem Hamburger Zentrum größere Impfstoffmengen zu entwenden. Zunächst sei die tiefgekühlte Lagerung des Impfstoffs für potentielle Diebe schwierig aufrechtzuerhalten, zudem werden aus einem besonders geschützten Lager die Dosen jeweils einzeln in die Impfstraßen des Zentrums gebracht.


Verlag C.F. Müller

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