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Erleichterter Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen?

medstra-News 86/2025 vom 26.8.2025

Nach den aktuellen Ergebnissen der sog. Elsa-Studien (hierzu auch medstra-News 84/2025) leben 4,5 Millionen Menschen in Deutschland außerhalb einer „angemessenen Erreichbarkeit“ zum nächsten Angebot für einen Schwangerschaftsabbruch. In der Studie wurden sowohl die Entfernung als auch die existierende Verkehrsinfrastruktur, nötige Reisezeit und Mobilität der Betroffenen berücksichtigt. Neben der räumlichen Erreichbarkeit stellen auch die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch, die mehrere Hundert Euro betragen können, eine Hürde zur Wahrnehmung eines Schwangerschaftsabbruchs dar.

Die SPD reagierte auf diese Ergebnisse mit der Forderung, dass öffentliche Krankenhäuser und konfessionelle Krankenhäuser, die mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, verpflichtet werden sollten, Schwangerschaftsabbrüche anzubieten.

Auch die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch sorgen weiterhin für eine öffentliche Debatte. Laut einer YouGov-Umfrage der Deutschen Presse-Agentur sprach sich nun die Mehrheit der befragten wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger dafür aus, dass zumindest Teile der Kosten standardgemäß von den Krankenkassen übernommen werden. 37 Prozent der Befragten sind dafür, dass die Kassen stets die vollen Kosten übernehmen, 21 Prozent befürworten eine Kostenübernahme bis zu einem gewissen Betrag. Die Kostenübernahme wird von Frauen stärker befürwortet (61 Prozent) als von Männern (54 Prozent).

Die Vereinbarung im aktuellen Koalitionsvertrag, die Kostenübernahme für Schwangerschaftsabbrüche auszuweiten, ist bisher ohne konkrete Umsetzung geblieben. Zur jüngeren Diskussion über den Koalitionsvertrag siehe medstra-News 78/2025.


Verlag C.F. Müller

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